Krabbelgruppe » Pädagogische Konzeption

Konzeption


Vorwort

Dieses Konzept wurde von den Mitarbeiterinnen von Michel und Ida erarbeitet und bildet die Grundlage unserer täglichen Arbeit.

1. Unsere Krabbelgruppe stellt sich vor

Wir sind die Elterninitiative „Michel und Ida“ mitten in der List, einem Stadtteil von Hannover. Unsere Einrichtung befindet sich in einem Hinterhaus und ist ruhig gelegen. Der grüne Innenhof wurde mit einem kleinen Außengelände mit Ausguck und Sandkasten ausgestattet. In unmittelbarer Nähe befindet sich der Stadtwald von Hannover: die Eilenriede. Fußläufig sind verschiedene Spielplätze, wie zum Beispiel der Nilpferdspielplatz am Bonifatiusplatz, gut zu erreichen. Außerdem befinden sich in der Nähe zahlreiche kulturelle Angebote wie der Zoo und die Bibliothek. Das Landesmuseum, der Hauptbahnhof oder andere Ziele sind gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

 Unser Team und unsere Kinder

Das Team besteht aus einer Sonderpädagogin als Einrichtungsleiterin, zwei Erzieherinnen und einer Sozialassistentin in berufsbegleitender Ausbildung zur Erzieherin. Des Weiteren wird das Team von einer FSJ Kraft bereichert..

Durch den Tag begleiten wir 15 kleine „Krabbler“ im Alter von 1 bis 3 Jahren.

 

Kosten

Die Kosten für einen Platz werden vom Jugendamt ermittelt. Diese Berechnung erfolgt einkommensabhängig. Maximal beträgt der Elternbeitrag ab August 2017 320 Euro monatlich. Das Essensgeld beläuft sich auf 40 Euro und der Mitgliedsbeitrag beträgt 8 Euro monatlich.

 

Unsere Öffnungs- und Schließzeiten

Montags von 7:30 - 16:15 Uhr

Dienstags von 7:45 - 16:15 Uhr

Mittwochs von 7:30 - 15:15 Uhr

Donnerstags von 7:45 - 16:15 Uhr

Freitags von 7:30 - 15:15 Uhr

Wir haben Sommerschließzeit von 2 Wochen und eine Winterschließzeiten zwischen Weihnachten und Neujahr.

Adresse und Bankdaten

Michel und Ida e.V.
Goebenstraße 3b
30161 Hannover

 
Mail: info@michel-und-ida.de
Homepage: www.michel-und-ida.de

 

Michel und Ida e.V.
Deutsche Kreditbank
Konto 1005410715
BLZ 120 300 00

 

2. Unsere Räumlichkeiten

Die Räumlichkeiten unserer Krabbelgruppe bestehen aus: einem Gruppenraum, der mit dem Essensbereich und der Küche verbunden ist, einem Badezimmer, einem multifunktionalen Raum und der Garderobe.

Gruppenraum (Bunter Raum):
Unser Gruppenraum ist der Mittelpunkt der Einrichtung. Die Tische und Stühle werden nicht nur zum Essen genutzt, sondern bieten unseren Kindern Spiel- und Klettermöglichkeiten. Durch ein Podest und einen Ausguck ist der Raum in verschiedene Ebenen unterteilt. Auf dem Podest sammeln wir uns zum Morgenkreis, und den Ausguck nutzen die Kinder, um ihren Eltern zum Abschied zu winken.

Badezimmer (Blauer Raum):
Das Badezimmer hat zwei kleine Kindertoiletten, ein großes, niedrig gesetztes Waschbecken und zwei Wickelplätze. Über eine Leiter können unsere Kinder den Wickeltisch erklimmen. Am Waschbecken dürfen sie selbstständig ihre Hände waschen. Außerdem bietet es vielfältige Spiel- und Experimentiermöglichkeiten. 

Multifunktionaler Raum (Grüner Raum):
Der Raum besteht aus verschiedenen Ebenen die über Klettermöglichkeiten zu erreichen sind. Dort befinden sich wenige ausgewählte Spielmaterialien. Die Kinder nutzen den Raum insbesondere für Rollenspiele, Kleingruppenspiele und als Rückzugsmöglichkeit. Durch Matratzen wird er zum Schlafraum umgewandelt und gibt den Kindern die Gelegenheit, Ruhe zu genießen und ihren Träumen freien Lauf zu lassen.

Garderobe:
Der Ankunftsraum in unserer Krabbelgruppe ist die Garderobe. Die Kleiderhaken und Schuhkisten sind mit den Symbolen der Kinder versehen. Hier können die Kinder ihre Kleidung eigenständig erreichen und sich selbstständig an- und ausziehen. Der Eingangsbereich wird charakterisiert durch einen bebilderten Jahresrückblick der das Gruppengeschehen von Michel und Ida wiederspiegelt. 

 

3. Gesetzlicher Auftrag

Im Kindertagesstättengesetz (KiTaG) vom 07.02.2002 steht:

§2 Auftrag der Tageseinrichtungen

(1) Tageseinrichtungen dienen der Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern. Sie haben einen eigenen Erziehungs- und Bildungsauftrag. Tageseinrichtungen sollen insbesondere

  • die Kinder in ihrer Persönlichkeit stärken,
  • sie in sozial verantwortliches Handeln einführen,
  • ihnen Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln, die eine eigenständige Lebensbewältigung im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten des einzelnen Kindes fördern,
  • die Erlebnisfähigkeit, Kreativität und Fantasie fördern,
  • den natürlichen Wissensdrang und die Freude am Lernen pflegen,
  • die Gleichberechtigung von Jungen und Mädchen erzieherisch fördern und den Umgang von behinderten und nicht behinderten Kindern sowie von Kindern unterschiedlicher Herkunft und Prägung untereinander fördern.

 Das Recht der Träger der freien Jugendhilfe, ihre Tageseinrichtungen entsprechend ihrer erzieherischen Grundrichtung in eigener Verantwortung zu gestalten, bleibt unberührt.

(2) Die Tageseinrichtungen arbeiten mit den Familien der betreuten Kinder zusammen, um die Erziehung und Förderung der Kinder in der Familie zu ergänzen und zu unterstützen. Dabei ist auf die besondere soziale, religiöse und kulturelle Prägung der Familien der betreuten Kinder Rücksicht zu nehmen.

(3) Zur Erfüllung des Bildungs- und Erziehungsauftrages sind die Tageseinrichtungen so zu gestalten, dass sie als anregender Lebensraum dem Bedürfnis der Kinder nach Begegnung mit anderen Kindern, Eigentätigkeit im Spiel, Bewegung, Ruhe, Geborgenheit, neuen Erfahrungen und Erweiterung der eigenen Möglichkeiten gerecht werden können.

Seit Januar 2005 hat das niedersächsische Kultusministerium den Orientierungsplan für Bildung und Erziehung herausgegeben und somit einen Rahmen in Niedersachsen vorgegeben, den jeder Träger einer Einrichtung durch die Arbeit vor Ort mit Leben füllt.

4. Unser Tagesablauf

07.45 – 08.40       Bringzeit (Freispiel/Angebote)
08.50 – 09.00       Kinder helfen beim Tisch decken
09.00 – 09.30       gemeinsames Frühstück
09.30 – 10.00       Aufräumen, Freispiel und Wickeln
10.00 – 10.15       Morgenkreis
10.15 – 11.50       Angebote, Ausflüge, Freispiel
12.00 – 12.30       Mittagessen
12.30 – 13.00       Wickeln, Kinder bettfertig machen
13.00 – 14.45       Schlafenszeit, Wachkinder haben ruhige Spielzeit (Angebote und Freispiel)

Um ein ruhiges Schlaferlebnis zu ermöglichen und unterschiedliche Schlafbedürfnisse zu berücksichtigen, bieten wir zwei Weckzeiten an:

14.15                   1. Weckzeit                                                                                                                                      

14.45                   2. Weckzeit                                                                             

14.15 – 14.45       rollender Nachmittagssnack
14.30 – 15.15      1. Abholzeit

15.15 – 16.00      Angebote, Freispiel, Ausflüge
16.00 – 16.15      2. Abholzeit

5. Rituale

Rituale sind ein wichtiger Bestandteil in unserem Tagesablauf. Die Kinder fühlen sich dadurch sicher und geborgen. Rituale ermöglichen eine Orientierung im Gesamtgeschehen für alle.

Die Bringsituation ist ein wichtiger Bestandteil für einen guten Start in den Tag bei Michel und Ida. Die Kinder werden von einem/einer Betreuerin begrüßt und auf Wunsch zum "Winkfenster" begleitet.

In der Abholsituation ist es sowohl für Betreuer/in als auch für die Kinder wichtig, einen klaren, persönlichen Abschied vom Tag bei Michel und Ida zu nehmen. Beginn und Ende bilden einen klaren Rahmen des Tagesablaufes.

Das wichtigste Ritual im Tagesablauf ist der Morgenkreis. Wir singen gemeinsam ein Begrüßungslied, zählen die Kinder und überlegen wer anwesend ist, und wer aus welchen Gründen fehlt. Anschließend werden weitere Lieder gesungen, sowie Finger- und Kreisspiele gespielt. Danach besprechen wir den gemeinsamen Tagesablauf.

Jahreszeitliche Feste, sowie Geburtstage der Kinder und der Betreuer/innen, werden im Laufe des Jahres gefeiert. Das Laternenfest und das Sommerfest feiern wir gemeinsam mit den Eltern.


6. Bild vom Kind

Kinder sind neugierige Forscher. Sie erkunden ihre Umwelt z.B. durch Anfassen und Ablecken. Sie experimentieren gerne und lernen die Welt über ihre Sinne kennen.

Kinder entwickeln sich aus eigenem Antrieb heraus und eignen sich dadurch Wissen und Fähigkeiten an. Jedes Kind geht individuell auf seine Umwelt zu und entscheidet selbst, worauf es seine Energie und Aufmerksamkeit richtet.

Kinder besitzen von Anfang an viele Kompetenzen und Ressourcen und entwickeln von Tag zu Tag mehr Selbständigkeit, wenn sie den Raum und das Ver- bzw. Zutrauen der Erzieherin erfahren.

Je mehr Kinder selbständig probieren dürfen und in ihrer Aktivität positiv bestärkt werden, umso besser sind die Voraussetzungen für ein gesundes Selbstbewusstsein.

Durch eine positive Eigenwahrnehmung können Kinder Empathie und soziale Kompetenz entwickeln.

In der Gruppe lernen Kinder eigene und Grenzen anderer kennen. Außerdem erfahren sie erste Regeln und haben die Möglichkeit, mit und von anderen Kindern zu lernen.

Durch die Beobachtung machen wir uns ein ganzheitliches Bild von jedem Kind. Jedes Kind befindet sich in einem Entwicklungsprozess und somit begreifen wir es als wandelbar.

7. Rolle der Erzieherin

Unsere Aufgabe sehen wir darin, für die Kinder eine positive Atmosphäre zu schaffen.

Kinder lernen nur, wenn sie sich wohl fühlen. Darum ist die Atmosphäre bei uns in der Einrichtung geprägt von Respekt und Wertschätzung.

Wir stehen den Kindern als verlässliche Bindungs-, Bezugs-, und Vertrauenspersonen zur Seite und schaffen so Geborgenheit.

Kinder im Krippenalter machen große Entwicklungsschritte. Um diese begleiten zu können, beobachten wir die Kinder. Durch die Beobachtung können wir die Bildungsprozesse der Kinder unterstützen, ihnen individuelle Impulse zu verschiedenen Themen geben, die sie gerade beschäftigen und ihnen entwicklungsfördernde Spielmaterialien zur Verfügung stellen.

Wir sind im Austausch mit den Eltern, um ein umfassendes Bild von jedem Kind zu bekommen. Dieses Bild besteht aus den Einflüssen aus Familie und Einrichtung.

Wir gehen gemeinsam mit den Kindern auf Entdeckungsreise, bestärken sie in ihrem inneren Schaffensdrang und benennen Dinge, um ihnen Worte für ihre Umwelt zu geben. Wir verstehen uns als Vorbilder, da die Kinder durch Nachahmung lernen. Sie beobachten, imitieren und schauen sich Lösungsstrategien ab, um z.B. Konflikte konstruktiv lösen zu können.

Wir unterstützen die Eltern in Fragen zur Entwicklung ihres Kindes als Beraterin und Ansprechpartnerin.


8. Schwerpunkte unserer pädagogischen Arbeit

Unsere pädagogische Arbeit richtet sich nach dem Orientierungsplan „Bildung und Erziehung für niedersächsische Kindertageseinrichtungen“, der verschiedene Bildungsbereiche beinhaltet:

  • Bewegung
  • Kreativität
  • Körper, Gesundheit (Essen, Schlafen)
  • Sprache und Musik
  • Natur und Umwelt
  • Mathematik

Bewegung

Kinder nutzen die Möglichkeit der Bewegung, um sich ihre Umwelt zu erschließen. Diese können sie nur durch eigene Erfahrungen „be- greifen“ und nicht aus zweiter Hand.

Um den Bewegungsdrang der Kinder zu unterstützen, bieten unsere Räumlichkeiten und unser Außengelände kleine und große Bewegungsherausforderungen z.B. Stufen, Leitern und verschiedene Höhen, die zu überwinden sind.

Außerdem bieten wir den Kindern verschiedene Möglichkeiten zur Bewegung in Form von

  • Hängematte
  • Rutsche
  • Ringen
  • Holzbretter
  • Hüpfpferde
  • Matratzen
  • etc.

Unsere Esstische und Stühle sind multifunktionale Möbel, die von den Kindern selbst oder von den Erzieherinnen dazu genutzt werden, um z.B. Bewegungsbaustellen im Gruppenraum aufzubauen oder die Kinder nutzen sie für Rollenspiele (z.B. bauen sie einen Zug).

Kreativität

Kinder können in kreativen Prozessen die Erfahrung der Eigenwirksamkeit („Das habe ich gemacht, das kann ich!“) machen.

Wir stellen den Kindern Materialien zur Verfügung, damit sie frei und ohne Vorgaben gestalten können.

In diesen Prozessen erleben wir die Kinder sehr konzentriert. Sie experimentieren, erschaffen, verändern und verwerfen Ideen. Dabei machen die Kinder Sinneserfahrungen in den Wahrnehmungsbereichen Fühlen, Sehen, Riechen und Schmecken.

Materialien, die wir anbieten, sind:

  • Fingermalfarbe
  • Kleber/Kleister
  • Rollen/Pinsel/Schwämme
  • Wasser
  • Sand
  • Glitzer
  • Naturmaterialien (z.B. Stöcke, Kastanien)
  • verschiedene Sorten Papier/Karton
  • verschiedene Stifte
  • etc.

Körper, Gesundheit (Essen, Schlafen)

Gesunde Ernährung

Gesunde Ernährung ist wichtig für einen gesunden Körper und einen gesunden Geist. Deshalb bekommen wir einmal die Woche für das Frühstück und die Zwischenmahlzeiten frisches Gemüse, Obst sowie Aufschnitt geliefert.

Das Mittagessen wird von einem Lieferanten täglich frisch kurz vor dem Beginn der Mittagessenszeit geliefert. Er achtet dabei auf ausgewogene, vollwertige und frische Produkte.

Essen und genießen

Uns ist es wichtig, den Kindern die Möglichkeit zu geben, in Alltagssituationen zu lernen. Deshalb muss kein Frühstück von zu Hause mitgebracht werden.

Wir nehmen uns Zeit für die Essenssituationen und beziehen die Kinder mit ein, da es eine natürliche Lernsituation für die Kinder ist, um lebenspraktische Kompetenzen zu erwerben:

  • Die Kinder helfen morgens den Frühstückstisch zu decken.
  • Sie schmieren ihre Brote und schütten sich selbständig Getränke ein. Wir unterstützen die Kinder je nach Alter bei diesen Tätigkeiten.
  • Sie schneiden Obst/Gemüse für die Zwischenmahlzeiten.
  • Die Kinder dürfen sich selbständig Essen nehmen und bekommen so ein Gefühl dafür, welche Mengen sie essen können.

Ruhe und schlafen

... sind Grundbedürfnisse von Kindern. Deshalb haben Kinder bei uns die Möglichkeit, mittags zu schlafen.

In unserem multifunktionalen „Grünen Raum“ wird für den Mittagsschlaf ein Matratzenlager aufgebaut. Für die jüngeren Kinder gibt es zusätzlich ein Schlafkörbchen und zwei Reisebetten. Die Kinder können mitgebrachte Kuscheltiere und Schnuller mit zum Schlafen nehmen und es werden Schlaflieder gesungen. Wir bleiben bei den Kindern bis sie eingeschlafen sind. Anschließend können wir über ein Babyphone hören, ob die Kinder unruhig schlafen oder wach sind.

Für die Wachkinder gibt es verschiedene ruhige Angebote:

  • gemeinsames Ausruhen auf großer Matratze
  • malen, kneten, kleben
  • Bücher lesen
  • spielen im Hof
  • etc.

Körperhygiene

Die Kinder werden nach dem Essen, nach dem Schlafen und nach Bedarf gewickelt. Wir greifen Signale der Kinder auf und unterstützen sie ggf. bei dem Toilettengang. Jedoch wird kein Kind dazu gedrängt, auf die Toilette zu gehen. Kinder spüren, wann sie die persönliche Reife und das nötige Körperbewusstsein dafür besitzen.

Zwischen Wickeltisch und Kindertoiletten gibt es keine Trennwand. Die Kinder bleiben so im Austausch miteinander und jüngere Kinder werden dazu angeregt, auch einmal die Toiletten auszuprobieren.

Durch das offene Raumkonzept haben die Kinder die Möglichkeit, den eigenen Körper und die Unterschiede der Kinder zu entdecken.

Sauberkeitserziehung ist ein wichtiger Aspekt im Krippenalter, aber ein selbstbestimmter!

Wir putzen bei uns keine Zähne. Die Verletzungsgefahr bei den vielen Kindern wäre zu groß und die hygienischen Auflagen sind auf Grund der Badgestaltung nicht einzuhalten.

Sprache und Musik

Da Kinder durch Nachahmung lernen, sehen wir uns als Sprachvorbilder.

Wir unterstützen die Kinder in ihrer Sprachentwicklung durch:

  • gemeinsames Singen
  • Fingerspiele
  • Tanzspiele
  • Bilderbuchbetrachtungen
  • Vorlesen
  • etc.

Wir sprechen viel mit den Kindern und begleiten ihre und unsere Handlungen mit Sprache.

Des Weiteren hören wir ihnen geduldig zu und geben ihnen die Möglichkeit, Worte zu finden und Sätze zu formulieren.

Durch Musik, Musikinstrumente und Tanz erleben die Kinder Rhythmus. Dieser unterstützt sie im Erwerb und in der Förderung ihrer Sprache.

Natur und Umwelt

Durch das Erleben der Natur wird das Interesse der Kinder an der Pflanzen- und Tierwelt  geweckt bzw. gestillt.

Wir gehen mit den Kindern, außer in der Eingewöhnungszeit, möglichst  einmal in der Woche in den Wald. Dort haben sie die Möglichkeit, die Natur zu erkunden, zu experimentieren und Neues zu entdecken. Wir benennen Pflanzen, suchen Tiere und pflanzen gemeinsam mit ihnen z.B. Kräuter und Blumen.

Für uns ist es wichtig, möglichst jeden Tag rauszugehen, auch bei „schlechtem“ Wetter, um zum Beispiel:

  • Pfützen zu suchen und hineinzuspringen
  • Rodeln zu gehen, wenn Schnee liegt
  • Blätter und Kastanien im Herbst zu sammeln
  • Pflanzen im Frühling zu entdecken

Dadurch erleben die Kinder mit uns alle Jahreszeiten und nehmen die Prozesse der Natur bewusst wahr. 

Mathematik

Erste grundlegende Erfahrungen für das spätere mathematische Verständnis werden schon im Krippenalter gemacht. Durch Sammeln, Sortieren, Konstruieren, Stapeln, Auseinandernehmen und durch Steckspiele werden Grundlagen für Mengenverständnis, Gewichtswahrnehmung, Größenunterschiede, Formwahrnehmung und Statik angelegt.

Wer als Kind solche Erfahrungen machen konnte, hat später beim kognitiven Lernen der Mathematik einen besseren, intuitiven Zugang.

Hierfür bieten wir verschiedene Konstruktionsmaterialien und Alltagsmaterialien an und pflegen im Alltag, z.B. im Morgenkreis, einen spielerischen Umgang mit Zahlen und Menge, z.B. gemeinsames Zählen der Kinder.

 

9. Bedeutung des Freispiels

Das Freispiel ist ein zentrales Element in unserem Tagesablauf, es fördert folgende Bildungsbereiche:

  • Sprachentwicklung
  • Kognitive Entwicklung
  • Sozialverhalten
  • Spielverhalten
  • Emotionale Entwicklung
  • Motorische Entwicklung
  • Ich-Entwicklung
  • Kreativität
  • Phantasie

Spielen ist dementsprechend nicht nur eine Beschäftigungsmöglichkeit, sondern ein wichtiger Bildungsprozess für das ganze Leben.

Das Spielen beginnt mit „Zunge-raus-stecken“ und erweitert sich bis zum Erfinden von Spielen und Rollenspielen wie z.B. „Mutter, Vater, Kind“.

Wir bieten den Kindern sehr viel Raum für das Freispiel und stellen ihnen anregende Materialien wie z.B. Konstruktionsmaterial, Tücher, Puppen und Lupenbecher zur Verfügung und geben Impulse und Anregungen.

Kinder erlangen im Spiel Fähigkeiten wie Durchsetzungsvermögen und Rücksichtnahme. Sie erkennen Gefühle und Bedürfnisse (Freude, Wut, Trauer), nehmen diese auch bei anderen Kindern wahr und reagieren darauf, indem sie z.B. andere Kinder trösten.

Im Freispiel erleben sie sich selbst-wirksam und aktiv tätig. Erfahrungen, die sie für eine stabile Persönlichkeitsentwicklung in diesem Alter machen sollten.


10. Kindliche Sexualität

Was ist kindliche Sexualität?

Kindliche Sexualität zeigt sich in unterschiedlichsten Facetten: direkt oder indirekt, ängstlich oder offen, irritierend oder klar, fragend oder provozierend. Sexualität und sexuelle Entwicklung sind lebenslange Prozesse, die schon nach der Geburt einsetzen. Durch Neugierde, Entdeckerlust und Sinneserfahrungen prägt sichdie kindliche Sexualität. Ein Beispiel dafür ist, wenn einem Kind durch Kitzeln ein wohliger Schauer über den Körper läuft. Bei Kindern geht es zunächst unbewusst um ihre Bedürfnisse und deren Erfüllung, dabei unterscheidet sich die kindliche Sexualität von der erwachsenen Sexualität.

Die freie sexuelle Entwicklung der Kinder ist ein wichtiger Bestandteil der Gesamtentwicklung und sorgt dafür, dass das Schamgefühl nicht durch negative Erfahrungen blockierend wirkt und dass Kinder sich ihrem Körpergefühl frei öffnen können.

 

Körperscham

Das Schamgefühl prägt sich im Alter von 3-5 Jahren. Die jüngeren Kinder zeigen Neugier am Erforschen und Entdecken und um diesem Bedürfnis gerecht zu werden, ist unser Badezimmer offen gestaltet.
Kinder zeigen Schamgefühle in verschiedenen Situationen, zum Beispiel bei körperlicher Nähe durch Erröten oder Blickabwendung, es können aber auch vielfältige andere Ausdrucksformen sein. Gefühle der Scham sind eine positive Reaktionsmöglichkeit, um die eigenen Intimgrenzen zu spüren. Zeigt jedoch das Kind das Bedürfnis nach Schutz und Abgrenzung, könnte dies auch auf Aspekte von Unsicherheit sowie Angst vor Herabsetzung und Versagen hinweisen. Die Auseinandersetzung mit Körperscham ist ein wichtiger Prozess der sexuellen Identitätsfindung, denn die Fähigkeit, mit Schamgefühlen umgehen zu können, weist auf den Zugang zur eigenen Körperlichkeit hin.

Genau aus diesem Grund ist die Selbstbestimmung in der Sexualität eine wichtige, verbindliche Regel.Die Kinder sollen lernen, Grenzen zu setzen und zu akzeptieren, aber auch die Chance haben zu erleben, wie schön körperliche Nähe sein kann.

  • Mein Körper gehört mir.
  • Ich bestimme, wer mich anfassen darf und wer nicht.

Wie gehen wir damit um?

Wir haben in der Einrichtung eine offene Haltung zur Sexualitätsentwicklung der Kinder. Die Fragen der Kinder nach Benennung der Geschlechtsorgane, Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen, Schwangerschaft und Geburt werden kindgerecht und wahrheitsgemäß beantwortet.

Das Bedürfnis nach Nacktheit wird im angemessenen Rahmen zugelassen. Wenn Kinder sich aufgrund ihrer Neugierde anschauen, geschieht dies in einem gewissen Rahmen, dessen Regeln mit den Kindern gemeinsam besprochen werden. Dabei gilt, dass keine Gegenstände in den Intimbereich gelangen und in Körperöffnungen gesteckt werden dürfen.

Wenn Kinder keinen Spaß daran haben sich auch auszuziehen oder nackt zu sein, muss dieses „Nein“ von anderen Kindern akzeptiert werden. Bei diesen Prozessen begleiten wir die Kinder und geben, wenn nötig, Hilfestellung.

 

Kinderfreundschaften
Kinder gehen im Laufe ihrer Krippenzeit vielfältige Freundschaften ein. Es ist wichtig, dass die Kinder in diesen Beziehungen eigene Erfahrungen sammeln, denn so erleben sie im Kontakt mit Gleichaltrigen, wie es sich anfühlt, gemocht zu werden und dass sich andere Kinder auch abgrenzen möchten. Diese Erfahrungen ermöglichen es, einen partnerschaftlichen Umgang miteinander zu erlernen. Hier deutet sich der Beziehungsaspekt von Sexualität an.

 

Frühkindliche Selbstbefriedigung
Auch durch Selbstbefriedigung entdecken einige Kinder ihren Körper. Sie fühlen sich ihrem Körper sehr nah und verspüren positive Gefühle und Entspannung. Dabei können sie den Impulsen nach Selbstbefriedigung nachgehen. Das Zulassen frühkindlicher Selbstbefriedigung ist für den Aufbau der Ich-Identität von Bedeutung und weist auf den Identitätsaspekt von Sexualität hin.

Uns ist es sehr wichtig, den Kindern diesen Freiraum und die ungestörten Rückzugsmöglichkeiten zu bieten. Wir sind bemüht, in der Nähe der Kinder zu sein und diese Prozesse zu begleiten, dennoch gibt es Situationen im Tagesablauf, in denen es wegen des Gruppengeschehens nicht möglich ist.

 

Unser Fazit:

Die Kinder dürfen ihre Neugier im Bezug auf den eigenen Körper stillen, dazu gehört auch, sich selbst zu berühren. Dabei probieren sie sich im Körperkontakt aus, z.B. wenn sie gemeinsam kuscheln, sich in den Arm nehmen oder aufeinander schmeißen.


11. Umgang mit Grenzen und Aggressionen

Kinder brauchen Freiraum, um sich frei entfalten und ausprobieren zu können.

Sie benötigen jedoch auch klare Grenzen, Regeln sowie Struktur im Tagesablauf.

Dieses sind  Orientierungspunkte und geben ihnen Sicherheit und Verlässlichkeit.

Denn für Kinder kann es eine Überforderung sein, sich ohne die oben genannten Punkte in ihrer Umgebung zurecht zu finden.

„Grenzen setzen“ hat nichts mit Verboten und Strafe zu tun. Grenzen wollen nicht beherrschen, vielmehr leiten, unterstützen und anregen.

Je früher Kinder Grenzerfahrungen machen, umso leichter fällt es ihnen, sie zu akzeptieren. Dieses ist für ihr weiteres Leben eine wichtige Ich-Kompetenz. Denn sie werden immer wieder verschiedenen Grenzen begegnen, z.B. in Kita, Schule und im Beruf.

Regeln und Grenzen lernen die Kinder bei uns durch Nachahmung anderer Kinder (z.B. vor dem Essen gehen alle Hände waschen) und durch die Erläuterungen der Erwachsenen (z.B. „Wir bleiben noch einen Moment am Essenstisch sitzen bis mehrere Kinder fertig sind.“)

Mit ca. 2 - 2,5 Jahren kommen Kinder in die Autonomiephase. Dieses ist die Phase, in der die Kinder ihre Persönlichkeit entdecken und Eigenständigkeit einfordern. Dadurch kann es zu Wutausbrüchen kommen, wenn sie etwas wollen, dieses jedoch nicht umsetzbar ist (z.B. alleine über die Straße gehen). Manche Kinder werfen sich auf den Boden und schreien. Andere lassen ihre Aggressionen an anderen Kindern aus, indem sie hauen oder schubsen, da sie sich nicht verbal abgrenzen können, sondern sich noch körperlich ausdrücken.

In erster Linie steht für uns der Schutz und die Unterstützung der angegriffenen Kinder im Vordergrund, anschließend setzen wir uns mit dem anderen Kind auseinander.

Wir nehmen Kinder in ihren Gefühlen ernst. Dadurch spüren sie, dass Gefühle wie Traurigkeit, Wut und Zorn in Ordnung sind. Wir versuchen den Kindern ein anderes Ventil für ihre Aggressionen zu geben, z.B. schreien wir mit ihnen ganz laut oder stampfen kräftig mit dem Fuß

 

12. Eingewöhnung bei „Michel und Ida“

Wenn ein Kind zu „Michel und Ida“ kommt, ist dies vermutlich die erste längere Trennungserfahrung, die es macht. Für das Kind bedeutet der Besuch der Kita darüber hinaus, dass es sich in unbekannten Räumen, mit fremden Betreuungspersonen, mit anderen Kindern und einem veränderten Tagesablauf zurechtfinden muss.

Die Kinder sind aber durchaus in der Lage, diese Anforderungen zu bewältigen, wenn sie dabei von den Eltern begleitet werden. Die Eltern bilden die „sichere Basis“, von der aus sich das Kind den neuen Erfahrungen stellt. Das Ziel der Eingewöhnungszeit ist, dass das Kind eine Bindung zu einer Erzieherin (seiner Bezugserzieherin) aufbaut und diese schließlich als „sichere Basis“ akzeptiert.

Die Eingewöhnung eines Kindes dauert ca. 2 Wochen. Deshalb starten nicht alle Kinder im August, sondern werden etappenweise eingewöhnt.

Die Eingewöhnung bei „Michel und Ida“ orientiert sich am „Berliner Eingewöhnungsmodell“:

  • 3 Tage Grundphase (Kind wird begleitet von einem Elternteil
  • 4. Tag 1. Trennungsversuch
  • Stabilisierungsphase (Zeit ohne Elternteil in der Gruppe, am Anfang ca. 30min, wird täglich verlängert)
  • Schlussphase (Elternteil verabschiedet sich an der Tür und Kind bleibt von morgens bis nach dem Mittagessen allein in der Gruppe. Mit dem Mittagsschlaf kann ab der 3. Woche begonnen werden)

Bevor die Eingewöhnung eines Kindes beginnt, führt die Bezugserzieherin ein persönliches Gespräch mit den jeweiligen Eltern, in dem genügend Raum ist, um Fragen zu stellen, Ängste und Unsicherheiten anzusprechen und eigene Wünsche zu äußern. Die Eltern bekommen außerdem einen individuellen Eingewöhnungsplan und jede Menge Informationen und Tipps zur bevorstehenden Eingewöhnungszeit. Während dieser Zeit findet ein intensiver Austausch zwischen den Eltern und der Bezugserzieherin statt, da jede Eingewöhnung unterschiedlich verläuft und von den Bedürfnissen des Kindes abhängt.

 

13. Zusammenarbeit mit den Eltern

Der Besuch der Krabbelgruppe läutet einen neuen Lebensabschnitt für die Kinder ein. Um den Übergang von Familie zur Krabbelgruppe gut begleiten zu können und um sicher zu stellen, dass das Kind eine stabile Bindung zum Team aufbaut, ist eine vertrauensvolle, respektvolle und ehrliche Zusammenarbeit zwischen Team und Eltern sehr wichtig. Die Kinder spüren, ob ihre Eltern sie vertrauensvoll an das Team übergeben. Daher ist es wichtig, dass Eltern ihre Wünsche, Bedürfnisse und Ängste mit dem Team besprechen.Nur dadurch können wir auf die Eltern eingehen und so die beste Entwicklungsgrundlage für die Kinder schaffen.

  • Elterngespräche

Bei aktuellem Anlass bieten Elterngespräche die Gelegenheit, sich grundlegend und intensiv über das Befinden und die Entwicklung des Kindes auszutauschen. Dabei können sowohl die Eltern als auch das Team um ein Gespräch bitten.

Grundsätzlich bieten wir den Eltern einmal jährlich ein Entwicklungsgespräch an. Es wird darüber gesprochen, wie wir das Kind in der Gruppe erleben, wie es ihm geht und wir tauschen uns über den aktuellen Entwicklungsstand des Kindes aus.

Nach einem halben Jahr werden von uns Elternsprechtage angeboten, an denen wir den Eltern eine kurze Rückmeldung über aktuelle Entwicklungsschritte der Kinder geben.

 

  • Tür-und-Angel-Gespräche

In den Bring- und Abholsituationen haben Eltern und Erzieherinnen die Möglichkeit, über  wichtige Dinge des Tages zu sprechen (z.B. schlecht geschlafen, zahnt gerade).

 

  • Elternabend

In regelmäßigen Abständen gibt es abwechselnd einen organisatorischen und pädagogischen Elternabend. Die pädagogischen Elternabende werden vom Team vorbereitet. Es wird über aktuelle Themen aus der Gruppe (z.B. Konflikte unter Kindern) oder Wunschthemen von Eltern (z.B. Geschwisterkinder) gesprochen. Die organisatorischen Elternabende werden vom Vorstand geplant.

 

  • Pinnwand

In der Garderobe befindet sich die Pinnwand. Für den Informationsfluss zwischen Team und Elternschaft ist sie ein zentrales Medium.

Eltern finden dort Informationen z.B. zu Aktuellem aus der Gruppe (Krankheiten, geplante Ausflüge), Elterndienstliste (Einkaufen, Waschen), Essensplan, und dem  Wochenrückblick.

 

14. Zusammenarbeit im Team

Die Basis für unsere Zusammenarbeit ist geprägt von Vertrauen und Offenheit. Dies sehen wir als Grundlage für eine gute pädagogische Arbeit und Umsetzung der Konzeption.

Die regelmäßig stattfindenden Dienstbesprechungen bieten  Raum für:

  • den pädagogischen Austausch (z.B. über Entwicklungsprozesse  und Beobachtungen der Kinder)
  • die Organisation des Gruppengeschehens:

            - Aktivitäten in der Gruppe (praktische Arbeit, Projekte, Ausflüge, Feste, usw.)

  • Vorbereitung von Elternabenden sowie Elterngesprächen
  • Aufgabenverteilung im Team
  • Informationssammlung für die Gespräche mit dem Vorstand

Ergänzend haben wir als Team nach Bedarf Supervision für Fallbesprechungen und für die Teamentwicklung.

 

15. Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

Unsere Einrichtung ist Mitglied der Kinderladeninitiative Hannover e.V., dem Dachverband vieler Elterninitiativen in Hannover und der Region Hannover. Wir nutzen die Fachberatung und die Fortbildungen, die die Kinderladen-Initiative anbietet.

Beim Wechsel der Kinder von der Krabbelgruppe in den Kindergarten nehmen wir Kontakt zu den jeweiligen Einrichtungen auf und besuchen mit einer Kleingruppe die zukünftigen Kitas. So bringen wir den Kindern den Übergang etwas näher und sie haben die Möglichkeit, sich immer mehr an den Gedanken des Wechsels zu gewöhnen.

Bei Fragen zu Krankheiten arbeiten wir mit dem Gesundheitsamt zusammen.

Bei Bedarf vermitteln wir den Eltern Kontakt zu Logopäden, Heilpädagogen und pädagogischen Beratungsstellen.

 

16. Schlussgedanken

Schenke mir Vertrauen

„Mein Körper ist noch klein, aber meine Neugierde ist groß!

Lass mich die Welt entdecken!

Schütze mich vor zu großen Gefahren, aber verhindere nicht, dass ich meine Erfahrungen mache.

Lass mich Freude erleben und Leid, denn beides gehört zum Leben.

Lass mich lebendig sein:

laut, leise

wild, still

traurig, fröhlich

mutig, schüchtern.

 Lass mich spüren, dass ich sein darf, mit all meinen Ideen, mit all meinen Stärken, mit all meinen Schwächen.

Geliebt, so wie ich bin.“